Heimatverein Frohsinn Aschfeld
Nr. 12 Kerztal-
Nr. 11 Arbigs-
Nr. 14 Urbanus-
Nr. 13 Kirtls-
Bildstock Nr. 11 Arbigs -
Name: Arbigs -
Standort: Flurteil Arbig, an der Einmündung der ehemaligen Fuldaer Straße.
Aufbau und Beschaffenheit: Etwa 4,20m hohes Eichenkreuz mit einem Christus aus Gusseisen, davor Betschemel.
Darstellung:
Inschrift: „gez ( gezimmert ) von Paul Pollak, Zimmermann aus Ungarn 1949.“
Jahr der Stiftung: Unbekannt, vermutlich im 17. Jahrhundert, im Liquidationsplan der Gemeinde eingezeichnet.
Anmerkung: Das Kreuz dürfte ein hohes Alter aufweisen.
Es wurde 1949 von dem Heimatvertriebenen Pollak aus Ungarn erneuert. 1966 vom Heimatverein „ Frohsinn “ renoviert und 1971 wieder erneuert. Im April 1978 wurde es mit einem Kupferblechdach als Wetterschutz überdacht. 1999 wurde es wieder erneuert.
Bildstöcke in Aschfeld: Nr. 11 -
Bildstock Nr. 12 Kerztal-
Name: Kerztal-
Standort: Seit 1974 an der Einmündung der Hagstraße in die Kerztalstraße, neben dem ehemaligen Kalkofen . Früher am Krautweg ( ungefähr wo jetzt die Weinbergstraße verläuft ).
Aufbau und Beschaffenheit: Baldachin / Altarhäuschen aus rotem Sandstein.
Darstellung : Das Hochrelief im Retabel zeigt eine Pieta, Schmerzensreiche Mutter Maria mit dem Schwert in der Brust.
Zwei Assistenzfiguren:
Rechte Seite: St. Mechthildis
Linke Seite: St. Gertrudis
Inschrift St. Gertrudis , St. Mechthildis
Jahr der Stiftung: unbekannt, ( 18. Jahrhundert )
Anmerkung: Der Bildstock musste dem Bau einer Siedlungsstraße weichen und wurde am 15.05.1974 an seinen jetzigen Standort versetzt.
Restaurierung: 1959 und 1983.
Interessant an der Darstellung dieses Bildstockes sind vor allem die beiden Assistenzfiguren. Zunächst erscheint es durchaus erklärlich, die für Franken typische Heilige St. Gertrud in der Darstellung zu finden. Bei genauerer Betrachtung der Attribute erkennt man jedoch, dass es sich nicht um die Frankenheilige Gertrud von Nivelles, sondern um die eher unbekannte Gertrud von Hackeborn handelt. Da Gertrud von Hackeborn erst 1738 heilig gesprochen wurde, wählte der Stifter, beziehungsweise der Handwerker eine damals hochaktuelle und neue Figur für seine Darstellung aus. Damit konnte er sich ein wenig von den sonstigen Bildstockstiftungen absetzen. Eine Verbindung zur Hl. Mechthild besteht in der verwandschaftlichen Beziehung. Gertrud und Mechthild waren Schwestern.
Geschichtliches: Geschichtliches zur Hl. Gertrud und Hl. Mechthild
Die Schwester von Gertrud von Hackeborn wurde 1241 geboren. Als Siebenjährige besuchte sie gemeinsam mit ihren Eltern Schwester Gertrud im Zisterzienserinnenkonvent Rodersdorf. Begeistert vom Leben der Nonnen, weigerte sie sich das Kloster wieder zu verlassen. Nach einer strengen klösterlichen Erziehung durch die Schwester wechselte Mechthild gemeinsam mit Gertrud als 18jährige ins Kloster Helfta und legte dort ihr Gelübde ab. Ihr Buch „Die beseeligende Nähe Gottes“ machte sie zu einer der ersten Mystikerinnen. 1298 erlag sie nach einem Leben voller Heiterkeit, Anmut, Demut und Liebenswürdigkeit einem schweren Leiden. Ihrem Werk entsprechend wird sie mit dem Attribut eines Buches dargestellt.
Vgl. Melchers, Erna u. Hans: a.a.O.S. 130f.
Bildstock Nr. 13 Kirtls-
Name: Kirtls-
Standort: Früher an der Ostseite und seit 1978 an der Südseite des Gemeindebackofens , am oberen Ende der Kirchtalstraße
Aufbau und Beschaffenheit: Abgefaster Vierkantsäulen-
Darstellung: In einer flachen Nische des Bildaufsatzes wird Christus am Kreuz mit 2 Assistenzfiguren dargestellt.
Inschrift: „ ANNO 1617 HAT HANS FESER, SCHULTES VON ASCHVELT, GOTT ZV EHRN AVFLASRICHT. “
Jahr der Stiftung: 1617, Stifter Schultheiß Hans Feser
Anmerkung: Interessant ist der Einfluss des Dialekts in die Schriftsprache „UFLASRICT“ Nach einem Zinsbuch des Klosters Schönau (1660) zahlt ein Hans Koch von einer Hofraith im Kirchtal „ beym Thor gelegen “ 3 Sommerhühner Zins. Es ist anzunehmen, dass der Backofen mit dem Bildstock vor dem Hag, der Umzäunung des Dorfes lag.
Der Bildstock wurde vom Heimatverein „ Frohsinn “ im Jahre 1966 das erste Mal renoviert. Im Jahre 1978 ließ der Verein den Bildstock von Bildhauer Wittstadt, Karlstadt ein zweites Mal mit einem Kostenaufwand von 800 DM renovieren und versetzte ihn an die Südseite des Backofens.
Dieser Bildstock ist in seiner Form ein typisches Beispiel für das Bildstockwesen in der Echterzeit. Die geschlossene Form des Aufsatzes weist deutlich darauf hin. Normalerweise findet man unterhalb des Aufsatzes das Echterwappen. Kurioserweise fehlt das Wappen jedoch bei den meisten Bildstöcken dieser Zeit in der näheren Umgebung. Hans Feser war laut Bürgermeisterrechnungen in den Jahren 1616 und 1617 Schultheiß von Aschfeld. In diesen zwei Jahren ließ er zwei Bildstöcke errichten. Neben persönlichen Motiven geschah dies sicherlich auf Wunsch des Fürstbischofs. Mit der vermehrten Stiftung von Bildstöcken wollte man den Protestanten die Überlegenheit der katholischen Kirche deutlich machen.
Bildstock Nr. 14 Urbanus-
Name: Urbanus-
Standort: In der Südwestecke des ehemaligen Kirchhofes der Kirchenburg, unweit des Haupteingangs der Pfarrkirche.
Aufbau und Beschaffenheit: Rundsäulenbildstock aus rotem Sandstein.
Darstellung: Die Vorderseite zeigt in flacher Nische Christus am Kreuz mit den beiden Schächern und zwei Assistenzfiguren. Über dem Kreuz befindet sich ein Engelskopf, zwischen den Kreuzen die Jahreszahl 1619. In der Rundsäule Wappen mit IRC. Die Gesamthöhe des Bildstockes 2,28m, Bildaufsatz: 071m, Säule 1,42m.
Inschrift: An der Rückseite: „ Der Bildstock ist Gott zu eren hierher uffgericht durch die ehrsamen Burkard Keller, Conrad Brust, Jakob Liebstöckel, Nicolaus Renck, Georg Herget, Claus Siglein, Jakob Schaid, Leonhard Heunisch, Conrad Reusching, Georg Wendel, Georg Höllerich, Andreas Mercklein, Paul Schilling. “
Jahr der Stiftung: 1619, 13 Stifter ( siehe Rückseite ).
Anmerkung: Bei den 13 Stiftern handelt es sich um die Wiederbegründer der Aschfelder „ Urbanus-
Mehr über die Urbanus-
Der Bildstock bekam 1962 einen Anstrich und im Jahre 1977 ließ ihn Herr Pfarrer Josef Becker von Bildhauer Wittstadt, Karlstadt renovieren.
Eingetragen in „ Kunstdenkmäler Bayerns“.
Nr. 15 Dreifaltigkeits-
Bildstock Nr. 15 Dreifaltigkeits-
Name: Dreifaltigkeits-
Standort : Am Aufgang zur Kirchenburg , rechts unterhalb des Torturms.
Aufbau und Beschaffenheit: Baldachin-
Darstellung: Das Retabel der Reliefplatte zeigt die Hl. Familie und die Dreifaltigkeit. Bekrönung des Bildstockes mit einem zweibalkigen Patriarchenkreuz. Gesamthöhe des Bildstockes 1,90m.
Inschrift: MARIA JESUS JOSEPH
Jahr der Stiftung: 1724
Anmerkung: Der Bildstock stand bis 1960 vor einer Gade, rechts vor dem Torturm. Nach Abriss der Gade wurde er an deren Rückwand versetzt.
Er ist mit einem doppelbalkigen Patriarchenkreuz bekrönt. Kreuze in dieser Form wurden den Kirchenfürsten vorgetragen. Kreuze mit einem Doppelbalken galten besonders wirksam gegen das Böse. Der Italiener Bottari nennt 1737 das doppelbalkige Kreuz das „ päpstliche Kreuz “.
Restaurierung: 1960, 1981
Nr. 16 Säulenbildstock
Bildstock Nr. 16 Säulenbildstock östlich der Maria-
Name: ohne Namen
Standort: Aschfelder Straße vor dem Haus Nr. 5 ( früher 1 /3 )
Aufbau und Beschaffenheit: Rundsäulen-
Gesamthöhe 2,02m, Säulenhöhe 1,20m, Säulendurchmesser 0,21m.
Darstellung: In einer flachen Rundbogennische des Bildaufsatzes, der mit einem Kreuz bekrönt ist, zeigt ein Relief Christus am Kreuz mit 2 Assistenzfiguren.
Inschrift „ ANNO 1617 VD MARTINUS HAT HANS FESER SCHVLTES CADARINA SEIN HAUSFRAU BEI GESUNDEM LEIB DEN MATTERSTEIN AVLASRICHT. “
SCHULTES VON ASCHFELT GOTT ZV EHRN AVLASRICHT
Jahr der Stiftung: 1617
Anmerkung: Es handelt sich um den 2. Bildstock, den der damalige Schultheiß, Hans Feeser, aufrichten ließ. Vielleicht ist das der Grund warum er unter den 13 Stiftern des Urbanusbildstockes nicht zu finden ist.
Restaurierungen: 1962,1978,1992
Im Jahre 1978 ließ Pfarrer Josef Becker von Bildhauer Wittstatt den Bildstock renovieren.
Auch dieser Bildstock ist ein typischer Echterbildstock, wie bereits der Bildstock am alten Backofen. Schultheiß Hans Feser tritt auch hier wieder als Stifter auf. Im Gegensatz zum Bildstock am Backofen, scheint diese Stiftung aus rein persönlichen Gründen geschehen zu sein. Mehrere Eigenheiten der Inschrift weisen darauf hin. Zum einen nennt die Inschrift auch die Frau des Stifters, zum anderen wird der Gesundheitszustand der Eheleute mit „BEI GESUNDEM LEIB“ beschrieben. Es ist deshalb anzunehmen, dass die Stiftung als Dank für die eigene Gesundheit geschah. Bedenkt man, dass zu dieser Zeit die Pest in Aschfeld wütete, so wäre die Verschonung vor dem schwarzen Tod ein Grund für die Setzung eines Bildstocks.
Nr. 17 Sankt Michaelsbildstock / Altarhäuschen
Bildstock Nr. 17 Altarhäuschen Mühlgasse
Name: Sankt Michaelsbildstock / Altarhäuschen
Standort: Früher Ecke Hauptstraße (Aschfelder Straße)/Mühlgasse, seit 1973 einige Meter in Richtung Mühlgasse versetzt. Ehemaliger Eigentümer Georg Fischer Haus-
Aufbau und Beschaffenheit :In die Mauer eingebautes Rundbogen-
Darstellung: Auf einer Reliefplatte ist links ein Bischof mit Bischofsstab, rechts St. Michel mit Schwert und besiegtem Drachen; darüber ein Engelskopf mit gekreuzten Flügeln dargestellt.
Inschrift: Unterhalb des Reliefs
Johan V.der Pfort MS 174F
Jahr der Stiftung: 1745
Anmerkung: Das Altarhäuschen war früher Fronleichnamsaltar. Der Bildstock wurde 1963 renoviert, 1973 wegen Neubau des Hauses 112 an die jetzige Stelle versetzt und zugleich renoviert und nochmals 1984.
Im Zuge des Wohnhausneubaus im Jahr 1973 wurde der Bildstock um einige Meter versetzt. Er ist heute freistehend.
Nr. 18 Tabernakel-
Bildstock Nr. 18 Tabernakel-
Name: Tabernakel-
Standort: Aschfelder Straße 55 (früher 89 )
Ehemals Anwesen Keller, dort ursprünglich in das Haus eingemauert; später Raiffeisenbank
Aufbau und Beschaffenheit: Früher in die Hausmauer eingelassener Tabernakel-
Gesamthöhe 2,33m.
Bildaufsatz 1,42m.
Material: roter Sandstein
Darstellung: Im Tabernakelhäuschen ist eine Pieta dargestellt, in der Nische darüber St. Georg mit dem Drachen.
Inschrift: „ Maria schmerzhafte Mutter Gottes mein, laß mich deinem Sohn empfohlen sein.“
Jahr der Stiftung: 18. Jahrhundert
Anmerkung: Der Bildstock wird als Fronleichnamsaltar verwendet und wurde 1973 und 1981 renoviert.
Nach dem Abbruch des Wohnhauses wurde er vorübergehend wieder eingemauert, 1994 zu einem freistehenden Bildstock umgebaut.
Nr. 19 Tabernakel-
Bildstock Nr. 19 Tabernakel-
Name: Tabernakel-
Standort: Aschfelder Str. 32, in der Hauswand gegenüber dem Dorfplatz
Aufbau und Beschaffenheit: In der Hausmauer eingebauter Tabernakel-
Material: Roter Sandstein
Darstellung: Im Tabernakel-
Inschrift: 1591
Jahr der Stiftung: 1591
Anmerkung: Bildstock wurde 2014 von einem LKW beschädigt und daraufhin renoviert.
Vermutlich ist bei einer Renovierung hier eine Verwechslung unterlaufen. Gestalt und Darstellung lassen auf die Jahreszahl 1791 schließen. Die Darstellung der Marienbekrönung lässt auf einen Zusammenhang mit der Wallfahrt nach Gößweinstein schließen. Der Bildstock ist eine Station der Fronleichnamsprozession.
Nr. 20 Steinkreuz an der Neuen Straße
Bildstock Nr. 20 Steinkreuz an der Neuen Straße
Name: Steinkreuz an der Neuen Straße
Standort: an der Neuen Straße nach Heßlar, kurz vor der Spitzkehre unterhalb dem Flurteil Albach.
Aufbau und Beschaffenheit: Steinernes Kreuz auf Vierkantsockel.
Material: Grüner Sandstein
Darstellung: Jesus am Kreuz
Inschrift: „ Es ist vollbracht. “
Jahr der Stiftung: unbekannt
Anmerkung: Restaurierung: 1975, 1982, 1994